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02.11.2014

Feierstunde zum 75-jährigen Jubiläum der Stadt Waltrop

Am Sonntag, den 16. März 2014, feierte Waltrop sein 75-jähriges Bestehen als Stadt. Zu diesem Anlass fanden viele Waltroperinnen, Waltroper und geladene Gäste im großen Sitzungssaal des Rathauses zusammen.

Landrat Kay Süberkrüb wandte sich mit einem Grußwort an die Feiergemeinde. Als „liebens- und lebenswerte Stadt“ sei Waltrop ein „starkes Stück der Emscher-Lippe-Region“ und „einer der schönsten Orte im Kreis Recklinghausen“.

Der Vorsitzende des Heimatvereins und frühere Stadtdirektor Norbert Frey unternahm mit der Feiergemeinde eine Zeitreise durch 75 Jahre Stadt Waltrop in Wort und Bild.
Sie begann mit der Stadtwerdung Waltrops in der NS-Zeit und damit verbundenen Erinnerungen an die Schrecken des Krieges und die Verbrechen der National-sozialisten in ganz Europa und eben auch in Waltrop. 50 Prozent der Waltroper Wohnhäuser wurden im Krieg zerstört. Einen besonderen Platz nahm in diesem Kontext die Erinnerung an das Abtreibungslager in Waltrop-Holthausen ein.
Im weiteren Fortgange seiner Rede gab Frey einen lebendigen Einblick in die Entwicklung Waltrops über die Jahrzehnte – beginnend bei der „Insellage“ Waltrops nach Kriegsende durch die Brückensprengungen der Nazis, der damit verbundenen Errichtung von Kanalfähren und Notbrücken und den Herausforderungen der Folge-jahre, namentlich eines Bevölkerungszuwachses noch während der Jahre des Wieder-aufbaus, den es anfangs mit nur 42 Beamten im Rathaus zu bewältigen galt.

Veränderungen von Organisations- und Infrastrukturen, im Schulwesen und in der politischen Landschaft Waltrops trug der Stadtdirektor a. D. ebenso Rechnung, wie den Amtszeiten der Bürgermeister und den Leistungen verschiedener Waltrope-rinnen und Waltroper für das Gemein(de)wohl, unter ihnen besonders die der Wal-troper Ehrenbürger: die langjährigen Bürgermeister Heinrich Ferkinghoff (CDU) und Joachim Münzner (SPD) und Käthe Engelhaupt.
Die Anwesenden erlebten wichtige Stationen der Stadtgeschichte, sei es die Ein-weihung des neuen Rathauses (1956), des Freibades (1957 – Rekordbesuch über 10.000 Besucher am Tag), der Schulen, der Sportanlagen (Hirschkampstadion 1963, Waldstadion 1966, Sportzentrum Nord 1971) oder des Moselbachparks mit erstem „kleinen Parkfest“ (1976 – Heute ist das Parkfest ein spartenübergreifendes Kultur-festival, das Jahr für Jahr Zehntausende nach Waltrop lockt), die letzte Straßenbahn-fahrt durch Waltroper Stadtgebiet im Jahr 1957, der Bauboom kurz darauf, das Hin- und Her bei der Errichtung der heute den Stadtkern prägenden Fußgängerzone (1981 – 1983) oder die Grundsteinlegung der Stadthalle (1969) und deren Umge-staltung inklusive „neuem Marktplatz“ und neuer Stadtbibliothek (1989).

Besonderes Augenmerk schenkte Frey Aufstieg und Schließung der Zeche Waltrop, die größter Arbeitsgeber (mit bis zu 2817 Beschäftigten im Rekordjahr 1957) und Steuerzahler der Stadt war, als sie 1979 stillgelegt wurde. Heute ist die Zechen-anlage eines der schönsten noch erhaltenen Industriedenkmale Nordrhein-Westfalens und ein florierender Gewerbepark mit landesweit agierenden Unternehmen.
Auch der Unterzeichnung von Partnerschaftsverträgen und dem Austausch, der gemeinsamen Aktionen und der freundschaftlichen Verbindungen zu Herne Bay (seit 1976), Cesson-Sevigne (1984), San Miquelito (1988), Gardelegen (1990) und Görele (2013) wurde gedacht.
Aktuelle Entwicklungen Waltrops, wie die problembehaftete Finanzlage, Diskussionen um den Bau der B 474 N, damit verbundenen Vorstößen in Sachen direkter Demokratie (Volksentscheid 2008: 78 % für den Straßenbau), der Bau des Bürgerbades (inkl. Vereinsgründung 2012) oder das neue Innenstadtkonzept und die Ausweitung der Wirtschaftsförderung wurden beleuchtet.
Es folgte der Auftritt der polnischen Sopranistin Iwona Bialek und ihres Partners am Piano. Ab hier lag Waltrops Jubiläumsfeier in den Händen der Jugend. Eine Projekt-gruppe mit Schülern der weiterführenden Schulen war mit Kamera in Waltrop unter-wegs und hatte einen Filmbeitrag erstellt, der viel Anklang und Beifall fand. Organisiert von Lennart Wünnemann waren Radan Can, Marlene Bohr-Feld, Miguel de Freitas, Dennis Trachniczic und Robin Auverkamp als Interviewer in Innenstadt und Park unterwegs, um Passanten und Schulkameraden Fragen zur Schiffshebe-werkstadt zu stellen. Dabei ging es darum, was Waltrop ausmacht, was man an Waltrop besonders mag oder was man sich in Waltrop für die Zukunft wünscht.

Den Abschluss der rundum gelungenen Feier bildete der Auftritt der beiden jungen Waltroper Luca Wildoer (Gesang, Gitarre) und Vincent Neef (Gitarre), die das „Waltrop“-Lied“ auf die Bühne brachten.

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