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Nachruf
Mit tiefer Betroffenheit und großer Trauer gibt der Heimatverein Waltrop den Tod seines ersten Vorsitzenden Norbert Frey bekannt.
Sein Lebenswerk und Vermächtnis sind das Heimatmuseum und seine Bücher über die Waltroper Geschichte. Ex-Stadtdirektor Norbert Frey ist am vergangenen Samstag zwei Tage vor Vollendung seines 79. Lebensjahres nach schwerer Krankheit verstorben.
36 Jahre lang hat er bis zuletzt als Vorsitzender die Geschicke des Heimatvereins gelenkt und hinterlässt nun eine Lücke, die niemand schließen kann.
Ohne Freys Engagement wären der Heimatverein und sein Aushängeschild das Heimatmuseum nicht das, worauf Waltrop heute stolz sein kann. Unter seiner Regie zog das Museum in den ehemaligen Riphaushof um. Und schon bald nach der Eröffnung im Jahre 1996 entdeckte Norbert Frey auch noch sein Talent als Historiker und veröffentlichte etliche Bücher über die Waltroper Heimatgeschichte. Seine letzten Geschenke für die Nachwelt waren „Das neue Heimatbuch Band 1 und Band 2“, beide Werke waren schnell vergriffen.
Schnell hatte sich auch die berufliche Karriere des Nordlichts entwickelt. In Tossens, einem Ortsteil von Butjadingen, stand seine Wiege. Im Alter von acht Jahren kam er nach Waltrop, sein Vater war Bergmann. Mit 14 Jahren begann Norbert Frey eine Verwaltungslehre im Waltroper Rathaus - und lernte dort sehr schnell. Mit gerade mal 30 Jahren wurde er 1977 der jüngste Kämmerer in ganz Deutschland. Norbert Frey war Mitglied im Waltroper Schützenverein und in der Freiwilligen Feuerwehr. Die Waltroper Floriansjünger bedankten sich 1983 für sein außerordentliches Engagement mit der Ernennung zum Ehrenbrandmeister. 1987 wurde ihm vom Feuerwehrverband für seine besonderen Verdienste die Deutsche Feuerwehrmedaille verliehen.
Der nächste große Schritt auf der Karriereleiter war 1988 die Ernennung zum Stadtdirektor. Bis zur Einführung des Hauptamtlichen Bürgermeisters leitete Norbert Frey die Waltroper Stadtverwaltung. Bundespräsident Roman Herzog verlieh ihm 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Ende 1999 ging Frey in den Ruhestand und konnte seine Energie nun ganz auf den Heimatverein konzentrieren. Der Westfälische Heimatbund bedankte sich zuletzt für seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender mit einer Ehrenurkunde.
Der umtriebige Heimatfreund Norbert Frey war aber auch ein liebevoller Familienmensch, den es immer wieder gerne zu Urlauben in seine alte Heimat an die Nordsee zog. Er lässt zwei Söhne, eine Schwiegertochter und zwei Enkelkinder zurück. Besonders tragisch: Seine Ehefrau Brigitte verstarb nur sechs Tage vor ihm.